Beschreibung
Amazonius germani – warum lohnt es sich, diese Vogelspinne zu halten?
Amazonius germani (eine Art, die älteren Züchtern unter den historischen Namen Pseudoclamoris gigas oder Tapinauchenius gigas sehr gut bekannt ist) ist eine absolut phänomenale Baumvogelspinne. Vor allem besticht diese Art durch eine unglaubliche Farbveränderung im Laufe ihres Lebens sowie durch das völlige Fehlen von Brennhaaren am Hinterleib. Zudem zeichnet sich diese Spinne durch ein sehr schwaches Gift aus, das für den Menschen ungefährlich ist. Dies liegt daran, dass ihre wichtigste Verteidigungsstrategie nicht der Angriff, sondern die blitzschnelle Flucht in ihr Nest ist. Allerdings kann sie unglaublich schnell und sprungkräftig sein. Daher wird sie eher für fortgeschrittene Halter oder sehr ehrgeizige Anfänger empfohlen, die sich an schnellere Spinnen versuchen möchten.
Wo kommt Amazonius germani in der Natur vor?
Diese schöne und flinke Spinne stammt aus den feuchten, tropischen Wäldern Südamerikas, vor allem aus Gebieten in Französisch-Guayana und Brasilien. Zudem lebt sie in ihrem natürlichen Lebensraum ausschließlich in den Baumkronen. Meistens findet man sie in Rindenspalten, auf hohen Bäumen (häufig Zitrusbäumen) sowie in natürlichen Baumhöhlen. Dort baut sie folglich kunstvolle, asymmetrische Nester aus Spinnweben, in denen sie den Großteil des Tages verbringt, während sie vor allem im Schutz der Nacht aktiv wird.
Welche Bedingungen benötigt Amazonius germani im Terrarium?
Terrarium und Einrichtung
Aufgrund seiner baumlebenden Lebensweise benötigt ein ausgewachsenes Exemplar ein vertikal ausgerichtetes Terrarium. Aus diesem Grund sollte das ideale Terrarium für die Vogelspinne Abmessungen von etwa 20 × 20 × 30 cm oder 20 × 20 × 35 cm haben. Außerdem reicht es aus, den Boden mit einer dünnen Schicht Substrat (ca. 3–4 cm) zu bedecken – hier eignet sich feuchtigkeitsabsorbierender Kokostorf hervorragend. Besonders empfehlenswert ist es, im Inneren senkrechte Korkröhren und Äste anzubringen, die als stabile Grundlage für den Nestbau dienen. Was zusätzliche Dekorationselemente angeht, empfiehlt es sich, künstliche oder lebende Pflanzen hinzuzufügen. Dadurch fühlt sich die Spinne sicherer und zeigt sich eher.
Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung
Die klimatischen Anforderungen dieser Spinne sind typisch für Arten aus Guyana. Daher sollte die optimale Tagestemperatur bei 25–28 °C liegen, während nachts natürliche Temperaturabfälle auf etwa 22 °C empfohlen werden. Ebenso wichtig ist es, die Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Besprühen auf einem Niveau von 75–80 % zu halten. Man sollte jedoch bedenken, dass diese Art sehr empfindlich gegenüber stickiger Luft und Überhitzung ist. Daher ist eine hervorragende Querbelüftung die absolute Grundvoraussetzung für den Erfolg. Dadurch schützt du deinen Schützling vor Problemen beim Häuten und vor Schimmelbildung.
Größe und Fütterung der Jungtiere im L2- und L3-Stadium
Es ist gut zu wissen, dass Amazonius germani sehr schnell wächst und für seinen enormen Appetit bekannt ist. Derzeit haben wir gesunde, gut aufgezogene Jungtiere im L2- und L3-Stadium im Angebot. Für solche Spinnchen sind große Terrarien noch völlig ungeeignet. Das bedeutet, dass kleine Aufzuchtbehälter (z. B. Klischee-Dosen oder kleine Urinboxen) ideal für sie sind, in denen sie ihre Beute leicht finden können.
Erwähnenswert ist, dass die Kleinen in diesen Stadien einfach umwerfend aussehen – sie haben schwarze Körper, Tigerstreifen auf dem Hinterleib und rote Beine mit schwarzen „Söckchen“! Was die Fütterung angeht, geben wir ihnen Futtertiere, die ihrer Größe angepasst sind. Ideal sind für Spinnen im Stadium L2–L3 kleine Jungtiere der türkischen oder argentinischen Schabe, die zweimal pro Woche gefüttert werden. Erwachsene Exemplare hingegen jagen problemlos große Grillen und Heuschrecken.
Geschlechtsdimorphismus
Deutliche Unterschiede im Aussehen zeigen sich erst mit der Zeit. Vor allem die erwachsenen Weibchen nehmen eine schöne rotbraune Färbung an, sind oft stämmig gebaut und leben relativ lange (sogar bis zu 10–12 Jahren). Die erwachsenen Männchen hingegen durchlaufen eine optische Metamorphose. Nach der letzten Häutung verlieren sie nämlich ihre intensiven Farben und werden einheitlich grau oder nehmen einen violetten Schimmer an. Zudem sind sie unverhältnismäßig schlank, besitzen Haken an den Schienbeinen sowie Kopulationsorgane (Bulben). Leider beträgt ihre Lebensdauer als erwachsene Tiere nur wenige Monate.
Auf einen Blick
Lebensweise: Baumlebend
Giftstärke: Schwach (für den Menschen ungefährlich)
Brennhaare: Keine
Größe des Zielterrariums: 20 x 20 x 30 cm
Temperatur: 25–28 °C
Luftfeuchtigkeit: 75–80 % (gute Querlüftung erforderlich!)
Schwierigkeitsgrad: Mittel (sehr schnell und sprungkräftig)
Bist du neugierig, wie unglaublich farbenprächtig diese Kleinen in natura sind und wie schnell sie jagen? Schau unbedingt auf unserem [Facebook-Profil] vorbei und werde Teil der ReptilesBrothers-Community!